SPRACHE |
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LITTERA A |
Beispiele für
mittelalterliche Inschriften
Allgemeines Im Gegensatz zur Antike (aber auch von der Renaissance bis ins 19.Jh.) sind mittelalterliche lateinische Inschriften eher selten anzutreffen und häufig korrekturbedürftig, um sie mit klassischem Latein lesen zu können. Des weiteren ist der Einsatz von Abkürzungen noch kryptischer als die formalisierten Kürzel der Antike. Im weiteren zwei Beispiele. Stiftungstext für einen ehemaligen Nebenaltar im Dom St. Peter & Paul, Brandenburg Anno do(mi)n(i) MCCCCXIII in die kyliani et
socio(r)u(m) Im Jahre des Herrn 1413 am Tage des Heiligen Kilian (= 8. Juli) und seiner Gefährten, der Märtyrer, ist dieser Altar zu Ehren des Leibes Christi durch den ehrwürdigen Vater und Herrn in Christus, Herrn Henning von Bredow, den 34. Bischof dieser Kirche, geweiht worden. Gestiftet worden ist er aber durch den Herrn Nikolaus Klitzke, Propst dieser Kirche, und durch den Herrn Walter Selbelang und den Herrn Bartholomeus Laurentius, Domherren (dieser Kirche). Gedenkstein aus Kalk für Bischof Hugo in Zeits/Sachsen-Anhalt Auflösungsoption 1 dieser Inschrift Hug(oni) (primo) ep(i)s(copo) ap(ostolico)s
s[edis cicensis...] Für Hugo, den ersten Bischof des Zeitzer Stuhles; für Hugo, [Anwalt] der Armen, einen Mann [...], der diesen Ort erbat. Auflösungsoption 2 dieser Inschrift Hug(o) I(llustrissimus) ep(i)s(copus) A(postolos) + S(anctus) S(anctus) H(ugo) PAUP(erum) Re(fugium) B(enignus) V(ir) R(eligiosus) O(biit) + A(nno) Lo C(apitulum) P(osuit) T(ibi) T(umulum) Hugo, ein berühmter Bischof, ein Apostel. Der heilige Hugo, eine Stütze der Armen, ein gütiger Geistlicher ist gestorben, eine fromme Seele. Im fünfzigsten Jahr [1050] hat das Domkapitel dir ein(en) Grab(stein) gesetzt. |
Römische Wachstafel |
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Quellen: Internetseite der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (www.bbaw.de) |
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